14.08.2015

Moderation, das ist doch das mit den Kärtchen…

Die Moderationsmethode ist in manchen Betrieben verbannt.

Handbuch Moderation

Da scheint es Kollegen/-innen gegeben zu haben, die das Schreiben von Moderationskarten als das eigentliche Element der Moderation gesehen haben. Dem ist natürlich nicht so. Die Herausgeber Joachim Freimuth (der selbst von 1986 – 1989 Berater und Trainer bei der Metaplan GmbH in Quickborn war) und Thomas Barth (bei Eberhard Schnelle ausgebildet und seit 1996 Moderator und Berater) zeigen dies bereits in ihrer Einführung in Teil eins des Buches auf.

Persönlich fasziniert hat mich der zweite Teile des Buches: Im Kapitel „Moderation als soziale Innovation“ skizziert Wilhelm Friedmann die Entwicklung der Methode und die Person Eberhard Schnelles. Der praktische Ansatz und die forschende Grundhaltung werden durch ihn sehr schön näher gebracht. Siegfried Greif bringt die wissenschaftliche Perspektive ein. Der Hinweis auf die Strukturlegetechnik eröffnet dabei weitere Perspektiven der Phänomenerfassung. Thomas Barth zeigt auf, wie Moderation es ermöglichen kann „Informationen in die Kommunikation einzubringen, die nur durch die Beteiligten zu ordnen und zu einer Lösung zu verarbeiten sind“ (S. 93). Zierkler/Rascher zeigen anhand des Konzeptes von Lösungen erster, zweiter und dritter Ordnung auf, auf welchen Ebenen Moderation zur Lösungsfindung beitragen kann.

Im dritten Teil des Buches werden Instrumente, Methoden und Formate der Moderation reflektiert, im vierten Teil Führung und Wandel. Der fünfte Teil stellt aktuelle Anwendungen und Entwicklungen bis hin zum Online-Bereich in der Moderation dar. Der Abschluss im Teil sechs fasst nochmals wesentliche Punkte zusammen:
– Moderation ist ein ergebnisoffenes Verfahren
– Verständigung ist die eigentliche Lösung
– Die Möglichkeit des Scheiterns ist die Bedingung des Gelingens
– Vom „entweder/oder“ zum „sowohl/als auch“
– Erfolg als Übereinkunft.

Vielleicht ist das eigentliche Fazit der letzte Satz: „Das Handeln und Entscheiden unter der Bedingung der Vorläufigkeit als organisatorisches Vermögen ist daher möglicherweise der wichtigste Erfolg, der Moderation zugeschrieben werden kann. Moderation ist immer Change-Management“ (S. 469).

Aus meiner Erfahrung im Change-Management würde ich gerne ergänzen: „Ohne Moderation kann ich mir kein gelingendes Change-Management vorstellen.“

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