08.07.2014

Präsenzkultur oder Lieferkultur?

In einem Workshop über das Führen mobiler Teams wurde neben den technischen Möglichkeiten, die die Kommunikation im Team unterstützen, v.a. darüber diskutiert, wie die Arbeitszeiterfassung sicher zu gestalten und zu regeln ist. Möglichkeiten einer Betriebsvereinbarung, elektronische „Stechen“ auch am Heimarbeitsplatz und vieles mehr, kamen zur Sprache.

Überraschend für mich war, dass das Thema „Führungskultur“ und die Art und Weise, wie wir Zusammenarbeit (Gestaltung von Kontrollspannen, Vertrauen, Zielerreichungsgrade…) gestalten, für viele Teilnehmer/-innen nicht automatisch mit auf der Agenda stand.

Das dahinterliegende Thema – geht es um Zielerreichung oder um das Zeigen von Arbeitseinsatz? – hat für mich Kasper Rørsted (Vorsitzender des Vorstands der Henkel AG) in einem Interview passend auf den Punkt gebracht: Präsenzkultur oder Lieferkultur?

Was meint er damit? Geht es darum zu zeigen, wie lange ich im Büro bin oder welchen Arbeitseinsatz ich bringe? Das benennt er mit Präsenzkultur. Bei Henkel leben sie das Prinzip der Lieferkultur. Was sind die Ergebnisse, die ich für die Firma beitrage? Wie liefere ich das, was von mir erwartet wird und wir vereinbart haben, zum vereinbarten Zeitpunkt und in adäquater Qualität an die passende Position?

Wenn wir von mobilen Teams sprechen, dann kann die Präsenzkultur nicht mehr der passende Rahmen sein, da die Präsenz ohnehin nicht mehr zu kontrollieren ist. Damit gilt es (wahrscheinlich nicht nur) bei mobilen Teams konsequent auf das Prinzip Lieferkultur umzustellen. Das erspart ganz nebenbei auch noch viele Kontrollaufwendungen und erzeugt als Konsequenz guter Ergebnisse auch noch gute Stimmung im Team. Also spricht eigentlich nichts mehr dagegen – oder?


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