31.07.2015

Seit 20 Jahren das Standardwerk für Change Management – mit gelegentlichen Längen…

Vor 20 Jahren erschien das Buch zum ersten Mal. Für mich damals ein Standardwerk zum Change Management. Aus der Sicht heute, lohnt es sich, das Buch differenziert zu betrachten.

Doppler/Lauterburg Change Management

Der Teil I ist der Einführung ins Thema gewidmet. Im Kapitel eins  gehen die Autoren auf die verschiedenen Rahmenbedingungen (z.B. Innovationssprünge, Verknappung von Zeit und Geld…) und zwei Herausforderungen (Komplexität und Interkulturalität) von Wirtschaft und öffentlichen Institutionen heute ein. Mir scheint dieser Einstieg für ein betriebswirtschaftliches Lehrbuch eventuell passend, beim Thema Change Management ist er definitiv zu breit. Interessanter wird es im Kapitel zwei, in dem „Design for Change“ das Thema ist. Ob „Das neue Bild des Managers“ im Kapitel drei wirklich verallgemeinerbar ist, bleibt dem geneigten Leser überlassen. Und ob dafür 60 Seiten der passende Rahmen sind…?

Zum Thema Change Management interessant wird es im Teil II. Im Kapitel 1 wird die Geschichte des Begriffes Change Management, ausgehend von der Organisationsentwicklung, dargestellt. Das Kapitel 2 widmet sich der Psycho-Logik des Misslingens und reflektiert auf das einem Change zugrunde liegende Menschenbild. Kapitel 3 zählt die Schlüsselfaktoren erfolgreichen Vorgehens im Change auf. Dementsprechend lassen sich im Kapitel 4 die entscheidenden Führungsfaktoren für Change-Vorhaben ableiten. Kapitel 5 und 6 widmen sich klassischen Spannungsfelder im Change Management. Kapitel 5 dem Thema Hierarchie und Macht und Kapitel 6 dem Umgang mit Emotionen. Meine Erfahrung in der Begleitung von Change-Prozessen sagt mir, die Frage ob ich mit Emotionen umzugehen habe, stellt sich gar nicht. Vielmehr geht es um einen bewussten Umgang mit den bei einem Change entstehenden Emotionen. Im Kapitel 7 stellen die Autoren ihre Charta des Managements von Veränderungen vor. Als eine umfangreiche Checkliste zur Vorbereitung von Change-Prozessen ist dieses Kapitel sehr wertvoll. Die Gewichtung der einzelnen Faktoren gilt es vom Change und dem Change Management – i.S. der den Change aktiv steuernden Personen – abhängig zu machen.

Der Teil III bietet einen Blick in die Werkstatt des Change Managements. Diese über 300 Seiten bieten so viel Material, dass sie auf jeden Fall beim Lesen anregen; allerdings nur, wenn ich diese über 300 Seiten durchhalte. Sicherlich anregend, wenn ein Beispiel zu einem mich aktuell beschäftigenden Change-Thema abgedruckt ist. Ansonsten ist dieser Teil III doch sehr umfangreich. Ich könnte mir vorstellen, dass es in der 14. Auflage gut wäre, hier stärker zu fokussieren.

Fazit: weiterhin ein Standardwerk – mit gelegentlichen Längen.

 

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