24.07.2015

Praxisbuch Lean Six Sigma

Uwe Kaufmann nimmt sich viel vor: Er möchte die „Lean-Six-Sigma-Methodologie anhand einer durchgehenden und detaillierten Projektdokumentation“ erläutern (S. 5). Das Résümé vorweg: Es gelingt ihm!

Konsequent verwendet der Autor den DMAIC-Projektzyklus als Gliederungsprinzip für die einzelnen Kapitel. Im Teil I (Define) stellt er vom Projektcharter über Optionen zur Prozessabbildung bis hin zu Möglichkeiten, die Stimme des Kunden zu verstehen zahlreiche Werkzeuge zur Umsetzung und Illustrationen anhand des durchgehenden Praxisbeispieles dar. Ähnlich geht er für die weiteren Teile:

II = Measure

III = Analyse

IV = Improve

V = Control vor.

Aus Sicht von Six-Sigma ist das Buch wirklich ausführlich.

Was mir fehlt ist das Thema „Lean“. Zwar geht Kaufmann auf S. 1 seiner Einleitung als erstes auf das Thema „Lean“ ein, „Lean wurde über mehrere Jahrzehnte maßgeblich von Toyota entwickelt und umfasst eine Vielzahl von Werkzeugen zum Reduzieren von Verschwendung in Prozessen“, doch wird er damit dem vollen Verständnis von Lean kaum gerecht. Das Kernziel von Lean im Sinne von Fokussierung auf die wertschöpfenden Prozesse und damit indirekt das Reduzieren von Verschwendung taucht leider bei Kaufmann nicht auf. Man merkt ihm an, dass er als Qualitätsauditor, Six Sigma Master Black Belt und zertifizierter Qualitätsmanager ausgebildet ist. Doch der Grundidee von Lean wird er aus meiner Sicht leider nicht gerecht.

Für das Thema Six-Sigma ist das Buch durchaus zu empfehlen, für Lean würde ich auf Toyota (J. Liker: Der Toyota Weg oder J. Liker und D. Meier: Praxisbuch: Der Toyota Wegselbst verweisen.

Für den Titel Lean Six Sigma bedeutet das leider Thema verfehlt. Deshalb nur der eine Stern.

Bestellen Sie das Buch hier.


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