06.09.2016

Versprechen und hoffen oder für Ergebnisse sorgen?

Jetzt ist es bald ein Jahr her, dass VW nicht aus der Presse kommt. Letzten Herbst – zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung – hat VW auf seiner Website vollmundig versprochen: „Wir werden alles tun, um Ihr Vertrauen zurückzugewinnen“.

Damals fand ich es spannend, wie versucht wurde ein solches Thema, ohne eine explizite Bitte um Entschuldigung, aus der Welt zu schaffen:

http://img.welt.de/img/wirtschaft/crop147187812/5429731268-ci3x2l-w540/Volkswagen-Vertrauen.jpg

 

(http://img.welt.de/img/wirtschaft/crop147187812/5429731268-ci3x2l-w540/Volkswagen-Vertrauen.jpgaufgerufen am 06.09.2016)

Martin Winterkorn am 22.9.2015: „Ich entschuldige mich in aller Form bei unseren Kunden, den Behörden und der gesamten Öffentlichkeit für das Fehlverhalten. Bitte glauben Sie mir, wir werden alles tun, um entstandenen Schaden wieder gutzumachen. Und wir werden alles tun, um Ihr Vertrauen Schritt für Schritt zurückzugewinnen.“ (http://www.n-tv.de/wirtschaft/Winterkorn-bittet-um-Entschuldigung-article15986416.html; zuletzt aufgerufen am 06.09.2016)

Mein Eindruck heute: Wir als Verbraucher fühlen uns nach wie vor betrogen und an der Nase herumgeführt. Und solch eine emotionale Schieflage lässt sich mit dem ausschließlichen Blick nach vorne und einem „wir machen es ab sofort besser“ nicht aus der Welt schaffen. Selbst wenn der oder die Schuldige nicht feststeht oder festzustehen scheint, besteht nach wie vor das Bedürfnis nach einem emotionalen Ausgleich. Erst auf der Grundlage eines einigermaßen balancierten emotionalen Verhältnisses entsteht bei meinem Gegenüber die Bereitschaft, auch meine Bemühungen auf der Sachebene wahrzunehmen.

Doch wir alle wissen aus unserem eigenen Berufs- oder Privatleben: so einfach ist das nicht. Vielleicht ist der Umgang von VW mit dem Thema manipulierte Abgaswerte damit einfach ein Spiegel unserer Kultur des Miteinanders. Ich wünsche uns allen den Mut, Verhältnisse – auch emotionale Verhältnisse – offen ansprechen zu können, um darauf aufbauend den Blick nach vorne werfen zu können. Für unsere Unternehmen und Organisationen bin ich mir sicher, dass das zu mehr Arbeitszufriedenheit beitragen würde. Auch wenn es in manchen Momenten unangenehm und arbeitsintensiv sein mag.

Mit herzlichem Gruß

Stephan Teuber


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