18.07.2014

Zeit- und Selbstmanagement

Inhaltlich ausbaufähig – als Grundgerüst für ein Training verwendbar

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Die Autorinnen wollen „ein fundiertes, auf wissenschaftlichen Grundlagen basierendes Trainingskonzept“ vorstellen, „welches mit praktischen Tipps und Tools verknüpft ist“ (S. IX). Dieses selbstgesetzte Ziel erreichen sie mit dem vorliegenden Buch.

Gut gefallen hat mir, dass sie aktuelle Trends wie z.B. die Ansätze aus dem Konstruktivismus aufgreifen oder das Thema evidenzbasiertes Training, d.h. ein Trainingsvorschlag, dessen Wirksamkeit empirisch nachgewiesen ist, in der Gestaltung ihres Manuals ernst nehmen. Insofern ist man mit diesem Trainingsmanual auf der sicheren Seite.

Ich hätte mir gewünscht, dass man mit diesem Band nicht nur auf der sicheren Seite ist, sondern auch weitere derzeit aktuelle Ansätze aufgegriffen und eingearbeitet worden wären. Wo fällt dies besonders auf?

Beim Thema Ziel- und Prioritätensetzung spielt die Frage, wie man gut und richtig entscheidet eine zentrale Rolle. Hier würden z.B. die Arbeiten von Kahnemann (schnelles Denken – langsames Denken) interessante Impulse bieten. Oder das Thema Anti-Fragilität, das Nicolas Taleb ins Spiel bringt. Diese Art, die Welt verstehen zu wollen, versuchsweise auch auf das individuelle Zeitmanagement zu übertragen, stelle ich mir äußerst interessant vor.

Auch beim Thema Zeit- und Selbstmanagement im Kontext von Projekten fällt auf, dass hier ein klassisches Verständnis von Projektmanagement skizziert wird. Wenn ich an Ansätze wie Scrum und agiles Projektmanagement denke, stellen sich die Fragen zum Zeit- und Selbstmanagement in einer neuen Art und Weise, was z.B. den Planungshorizont angeht. Auch hier wären noch weitere Impulse denkbar.

Als drittes Beispiel ist mir das Thema Rückfallprophylaxe aufgefallen. Auch hier könnten wahrscheinlich neuere Ansätze wie z.B. die achtsamkeitsbasierte Rückfallprophylaxe wertvolle Anregungen, nicht nur für die Vorbereitung auf den Rückfall, sondern auch für das Praxislernen durch den Rückfall geben.

Gelungen fand ich über das gesamte Buch hinweg, die vielen Hinweise, Vorlagen, Transferhinweise für Trainer. Hier stellt das Buch eine wirklich gelungene Fundgrube dar. Und gegen das selbstständige Weiterdenken und Ergänzen spricht ja nichts.

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