Klien: Menschen, Organisationen und Projekte ganzheitlich gesehen

Klien: Menschen, Organisationen und Projekte ganzheitlich gesehen

Isabella Klien, der Autorin und langjährige Organisationsentwicklerin, gelingt es, mit dem Organisationskompass ein Instrument vorzustellen, das immer wieder dazu beiträgt, neue Perspektiven auf Menschen, Organsisationen und Projekte einzunehmen oder die vorhandenen Perspektiven abzurunden.

Medizinrad und Beratung?

Zu Beginn stellt Isabella Klien den wesentlichen Enstehungshintergrund des Organisationskompasses, das Medizinrad, dar. Unabhängig davon, ob man den Erklärungen zum Medizinrad folgen will oder sich damit schwer tut, die Ableitungen daraus auf den Organisationskompass sind die exakte Lektüre wert. Klien baut dabei auf die Arbeiten von Birgitt Williams und den Ideen des Genuine Contact Ansatzes auf.

Haltung und Handwerkszeug gehören zusammen

Was durch das ganze Buch hinweg deutlich wird: Haltung und Handwerkszeug gehören zusammen. Man kann das Handwerkszeug nur verstehen und gekonnt einsetzen, wenn die dahinter liegende Haltung verstanden ist. Und auch andersherum wird es schwierig: Nur mit Haltung, aber wenig geübtem Einsatz des entsprechenden Handwerkzeugs wird es auch schwierig. Da droht dann die Zielerreichung mangels handwerklicher Kompetenz in die Ferne zu rücken.

Beratung gelingt nur ganzheitlich

Isabella Klien verfolgt mit dem Buch zwei Ziele. Zum einen möchte sie ganzheitliche Instrumente für einen ganzheitlichen Beratungsprozess vorstellen. Zum anderen versteht sie ihr Werk auch als ein „Mitmachbuch für Beraterkollegen“. Für diejenigen unter den Beratern, die sich mit allem, was sie sind, in ihre Arbeit einbringen möchten. Kliens Überzeugung dabei: genau mit diesem ganzheitlichen sich selbst einbringen werden Berater zu idealen Partnerinnen für Unternehmen, „die sich auf den Weg zu ihrer ganzheitlichen Entwicklung und Lebendigkeit machen“ (S. 13).

Entsprechend wählt die Autorin auch den Aufbau des Buches. Sie startet mit der Person der Beraterin, geht in einem zweiten Schritt auf die Führungskräfte ein, um im dritten Schritt das Unternehmen als Ganzes mit all seinen Mitarbeitern in den Blick zu nehmen.

Isabella Klien wechselt gut zwischen Input und Reflexion

Die ganzheitliche Perspektive der Autorin spiegelt sich auch im Detailaufbau ihres Buches wieder. Sie wechselt konsequent zwischen einführenden Worten und Impulsen, persönlichen Erfahrungen aus ihrer Beratungspraxis und Anregungen für das selbstständige Weiterdenken ab. Das verlangsamt zwar die Lektüre, vertieft aber ungemein. Ich habe praktisch jede Seite genossen!

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