Moderation und Prozessbegleitung im strategischem Change-Projekt

Moderation und Prozessbegleitung im strategischem Change-Projekt

Change-Management mit Partizipation fördernde Methoden und Instrumente gestalten.

Sven Lundershausen hat sich vorgenommen, nachdem er bereits ein Werk über die Moderation von Strategie-Workshops veröffentlicht hat, ein weiteres Buch zu verfassen bei dem die Strategieumsetzung im Mittelpunkt steht. Sein Credo: „mit einer möglichst intensiven Beteiligung aller Betroffenen tatsächlich Veränderungen in Organisationen zu starten, zu verwirklichen und sodann auch nachhaltig zu verankern“ (S. 7). Für ihn greifen Strategien nur dann, „wenn die Menschen, die im Mittelpunkt der Prozesse stehen, sich die Veränderungen zu eigen machen. Sie sollen ihre Expertise, ihre Energien und ihr Engagement motiviert einbringen (können)“ (S. 21). Sein Mittel dazu ist die Moderation. Hierzu stellt er über 60 Methoden und Modelle vor.

Durch Fragen Kommunikation fördern

Auf gut 30 Seiten werden im ersten Kapitel eine große Breite an Fragen vorgestellt, die Mitarbeiter bzw. Führungskräfte in der Strategieumsetzung zur Kommunikation miteinander einladen. Natürlich können die Frageformen wie Systemisches Fragen, Lösungsorientiere Fragen oder Paradoxe Fragen nur von Lunderhausen angerissen werden. Durch das umfangreiche Literaturverzeichnis wird dem Leser das tiefere Eintauchen in die Ansätze möglich gemacht. Ich hätte mir dabei noch gezielte Hinweise des Autors zur vertieften Lektüre gewünscht.

Das zweite Kapitel vermittelt Grundlagen und Modelle zum Change-Management, die im Kontext von Reflexion des eigenen Change-Projektes hilfreich sein können. Im darauffolgenden Kapitel drei steht die Auftragsklärung im Vordergrund. Hier fand ich die SAGA-Formel sowie TCP-Matrix hilfreich. Mit der SAGA-Formel kann es gelingen, „hinter“ die Situation zu schauen. Des Weiteren die Denk- und Verhaltensmuster, welche mir im Change begegnen, besser zu verstehen. Mit der TCP-Matrix können den Change-Prozesse fördernde und behindernde Aspekte zum Thema gemacht werden.

Methoden zu Diagnose und Hypothesen schließen sich im vierten Kapitel an. Im fünften Kapitel steht das Change-Design im Vordergrund. Wie kann ich meine Interventionen planen und steuern? Das sechste Kapitel ist den zukunftsgestaltenden Prozessen gewidmet.

Sven Lundershausen empfiehlt Werte besprechbar zu machen

Den zwanzig Seiten über Wertearbeit merkt man das Herzblut des Autors an. „Gemeinsam geteilte Werte haben unzweifelhaft enorme Wirkungen auf die Motivation handelnder Personen und können erstaunliche Energien freisetzen“ (S. 311). Als Change-Management Berater habe ich z.B. selbst schon Erfahrungen mit dem Wertedialog mit Bodenanker gemacht (S. 320ff). Durch solche erfahrungsorientierten Designs wird es den Mitarbeitern bzw. Führungskräften leicht gemacht, miteinander über ihre Werte im Unternehmen ins Gespräch zu kommen.

Sven Lunderhausen ist ein Praxishandbuch für Change-Projekte gelungen, die ein hohes Involvement der Mitarbeiter zum Ziel haben. Über die klare Gliederung anhand der typischen Projektphasen, erschließen sich die einzelnen Techniken gut. Deshalb kann man dieses Fachbuch nur empfehlen! Ein ist also ein gutes Nachschalgewerk für alle, die mit Change-Management zu tun haben.

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