17.12.2013

Der Sinn macht den Erfolg

Inspirierend – doch wäre mehr möglich gewesen

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Der Untertitel ist Programm: „Mit christlichen Werten Unternehmen führen.“ Klaus Koziol nimmt sich in seinem Büchlein vor: „Wagen wir das Experiment zu überprüfen, ob und wie Werte mithelfen können, die Menschendienlichkeit und mit ihr den wirtschaftlichen Erfolg zu ermöglichen“ (S. 10).

Nach einer kurzen Einführung in das Phänomen des vernetzten wirtschaftlichen Handelns heute, stellt er das Grundprinzip der christlichen Werte vor: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“ (S. 21). Die katholische Soziallehre entwickelt daraus drei Prinzipien, die auch für das wirtschaftliche Handeln gelten sollten:

  • Personalität: der Mensch im Mittelpunkt
  • Solidarität: Mensch-Sein immer in der Gemeinschaft mit anderen
  • Subsidarität: Hilfe zur Selbsthilfe

Klaus Koziol fügt noch ein viertes Prinzip hinzu:

  • Verantwortung: vor Gott und den Menschen.

Nach diesen knapp 30 Seiten Einleitung und Hinführung, kommt der Autor zu dem aus seiner Sicht zentralen Teil des Buches: Wie kann ich diese christlichen Werte umsetzen? Die Antwort folgt auf den nächsten gut 50 Seiten – mit dem SENSOR-Prinzip. Dieses Akronym ist zusammengesetzt aus:

  • Selbstentfaltung
  • Erfolgsorientierung
  • Nachhaltige Verantwortung
  • Story-Telling
  • Outside-Inside-Management
  • Risikovermeidung.

Gegen das SENSOR-Prinzip als einen Weg, christliche Werte umzusetzen, ist nichts einzuwenden. Der Autor führt dieses Prinzip auf den Folgeseiten des Werkes unterstützt mit Beispielen aus. Ich frage mich, ob es nicht andere Optionen gibt, christliche Werte in der Unternehmensführung erfolgreich umzusetzen?

Am Beispiel Story-Telling wird dies deutlich. Seine These: „Die Story, die gegründete Story, macht den Erfolg“ (S. 56)… „dieser Spirit kann emotionalisieren und mitreißen und sich zum Mythos entwickeln, der dann die Alleinstellung schlechthin entwickelt, weil nicht mehr geworben werden muss. Der Mythos birgt so viel Kraft in sich, dass Menschen an diesem Mythos partizipieren wollen“ (S. 57). Koziol hat hier v.a. die Brille des Marketings, der Markenführung auf. Man könnte auch eine ganz andere Brille aufziehen. Z.B. mit Otto Scharmer gesprochen, die Frage des Urgrundes, woraus die sich einem Betrieb zugehörig fühlenden Menschen ihre Ursprungsmotivation schöpfen. Eine Marke wäre dann nur das erkennbare Bild bzw. Logo, die Visualisierung nach außen, die diese Emotionen zugänglich macht.

Den Abschluss bildet ein kurzes Kapitel über christliche Ethik als neuer Wachstumsmotor. Hier hätte ich mir mehr als die gut vier Seiten Text gewünscht. Vielleicht im nächsten Buch von Koziol?

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