18.09.2015

Gute Beispiele für Beratung unter den Bedingungen gesteigerter Komplexität

Das Buch hat ein klares Ziel.

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Kein Buch „über die ´Theorie der Beratung im dritten Modus‘, sondern ein Buch über darüber, wie ein Kundensystem in den drei Sinndimensionen (sachliche Dimensionen, unterschiedliche Zeithorizonte und soziale Beziehungen) gleichzeitig betrachtet werden kann. Dabei verstehen die Herausgeber dieses Bandes Organisationen und Unternehmen als „sinnverarbeitende“ Systeme und wollen dafür eine kognitive Landkarte bieten, „die sich mit der grundlegenden Haltung in der Beratung und einem breiten, über die Jahre erprobten Interventionsrepertoire verbindet“ (S. 11). Gerade dieses Case-Studies haben mich neugierig gemacht!

Im einleitenden Kapitel spannen Glatzel und Lieckweg einen Leitfaden für die Praxis auf, der v.a. auf reflexive Fragen fokussiert. Beispiele aus sechs Jahren Strategieberatung im Dritten Modus liefern erste Konkretisierungen.

Die „Kapitel zwei bis acht bilden die Beratungsschwerpunkte der osb international ab“ (S. 12).  Diese Kapitel bilden sozusagen Meisterstücke der Handwerker/-innen der Beratung im Dritten Modus. Wie bei osb nicht anders zu erwarten – präzise, gut dargestellt, neugierig machend und für die eigene Praxis anregend; wirklich lesenswert.

Das vorletzte Kapitel neun muss man mögen. Es besteht aus einem Gespräch von Stadelmann, Lieckweg, Zeutschel und Vitek über ihren Weg mit der Beratung im Dritten Modus. Für mich zu sehr eine osb-interne Betrachtungsweise. Auf der Webseite von osb würde solch ein Gespräch absolut Sinn machen – wenn ich mich für die Lebenswege und Persönlichkeiten der Berater im Detail interessiere. Das abschließende Kapitel zehn bildet dazu einen wohltuenden Kontrast. Heiko Hilse liefert einen Überblick aus Kundenperspektive. Er weist darauf hin, dass sich „die Entdeckung des Menschen bzw. von Sozialarchitekturen des Lernens, Innovierens und Veränderns als strategischem Erfolgsfaktor, und damit einen neue Form der ´Versöhnung´ von Mensch und Organisation“ (S. 418) vollzieht. Mir macht das Hoffnung auf eine herausfordernde und positive Entwicklung unserer Profession!

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