10.06.2016

Positive Leadership – Eine gelungene Einführung

Ruth Seliger nimmt sich vor, das breite Feld von Positive Leadership vertieft vorzustellen…

…und dabei „eine Reise zu den vielen Wurzeln, Konzepten und Instrumenten eines neuen Verständnisses von Führung und Organisationen, aufbauend auf einem neuen Menschen- und Weltbild – jenseits von Moral, aber im Rahmen einer Ethik“ (S. VII) zu unternehmen. Dieses Versprechen in den „Vor-Gedanken“ hat mich neugierig gemacht!

Konsequenterweise stellt Seeliger in der ersten Hälfte des Buches die konzeptionellen und methodischen Grundlagen vor, um in der zweiten Hälfte auf die Praxis von Positive Leadership zu kommen.

Sie beginnt den Teil 1 mit einer gut nachvollziehbaren Beschreibung und Begründung des derzeit wahrnehmbaren Paradigmenwechsels im Bereich Führung, um anschließend die theoretischen Grundlagen von Positive Leadership darzustellen. Für die Autorin sind dies:

  • Systemisches Denken
  • Psychologie der Positiven Emotionen und Glücksforschung
  • Gehirnforschung und
  • Neue Wirtschaftswissenschaften.

Alleine die Darstellung von „Glück“, wie es entsteht und die Unterscheidung zwischen „Luck“ und „Happiness“ entkräftet viele Diskussionen in den Betrieben zur Frage, ob der Arbeitsplatz der richtige Ort sei, um Glück zu erleben oder dies in den Privatbereich der Mitarbeiter/-innen gehöre.

Nach den theoretischen Grundlagen folgen die zentralen Instrumente und Konzepte von Positive Leadership:

  • Lösungsfokussierte Fragetechniken
  • Appreciative Inquiry
  • Positive Abweichungen
  • Großgruppen-Methoden
  • Strength-based Management und
  • Flow.

Da sich die Autorin dafür nur gut 20 Seiten Raum gönnt, muss diese Darstellung eher stichwortartig bleiben. Durch den Verweis auf die jeweilige Primärliteratur macht es Seeliger dem Lesenden leicht, sich bei Bedarf vertieft mit den einzelnen Konzepten und Instrumenten auseinanderzusetzen.

In Teil 2: Positive Leadership in der Praxis entfaltet Seeliger ihre jahrelange Beratererfahrung. Ihre Grundidee: Führung entfaltet sich in drei Dimensionen. Zum einen, sich selbst zu führen, zum anderen, Menschen zu führen und schließlich, Organisationen zu führen. Gerade diese dritte Dimension kommt im Thema Führung häufig zu kurz. Hier sei insbesondere auf den Prozess des Organisationsdesigns in zehn Schritten (S. 190-210) hingewiesen. Mit den anschließenden Erläuterungen unter dem Stichwort Positive Change hat jede Führungskraft die Möglichkeit, das eigene Verhalten in Organisations- und Veränderungsprozessen für sich kritisch zu reflektieren.

Fazit: Unbedingt lesenswert!

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