17.07.2015

Steckt die Generation Z wirklich alle an?

Christian Scholz, seines Zeichens Professor für Betriebswirtschaftslehre in Saarbrücken, Verspricht im Untertitel: „Wie sie tickt, was sie verändert und warum sie uns alle ansteckt“.

Generation Z: Wie sie tickt, was sie verändert und warum sie uns alle ansteckt

Mit „Generation Z“ verfolgt er fünf Ziele:

  1. Er will darstellen, dass die Generation Z eine interessante und eigenständige Generation mit einem ganz spezifischen Wertesystem ist.
  2. Er will um das wechselseitige Verständnis für die jeweils andere Generation werben.
  3. Vertritt die These der freiwilligen Ansteckung der jeweiligen Wertemustern der verschiedenen Generationen.
  4. Fordert die aktive Auseinandersetzung der älteren Generationen mit der Generation Z ein.
  5. Versteht das Buch als Diskussionsangebot an die Generation Z.

 

Die Generation Z (als die ungefähr ab 1995 Geborenen) kann mit dem Stichwort „Realismus“ typisiert werden. Sie hat kaum noch emotionale Bindungen an das Unternehmen bzw. den Arbeitgeber und kommt auch nicht auf die Idee, diese zu suchen. D.h. aber keineswegs, dass die Generation Z bindungslos sei. Sie sucht diese emotionale Bindungen nur in Kurzzeitbeziehungen. Man könnte dies als „Flatterhaftigkeit“ skizzieren. Wichtig: Scholz legt Wert darauf, die Generation Z trotz ihrer zeitlichen Nähe zur Generation Y deutlich abzugrenzen! Z.B. begrüßt die Generation Y den Wettbewerb, was von der Generation Z nicht gesagt werden kann. Das die Generation Z das Thema Wohlfühlen auf Platz 1 hat, ist hier laut Managermagazin eher der Begriff „Kuschelkohorte“ angebracht. Dies drückt sich z.B. auch in klar geregelter Arbeitszeit und Freizeit aus. Während in der Generation Y noch vom fließenden Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben die Rede ist („always on“), wünscht die Generation Z eine deutliche Grenzziehung zwischen Arbeit und Privatleben – obwohl der Arbeitsplatz der Generation Z auf uns häufig wie eine Zweitwohnung wirken mag.

 

Diese Unterschiede zwischen den Wertmustern der Generation Y und Z haben auch Auswirkungen auf das geforderte Führungsverhalten. Die These von Scholz dazu: die Generation Z benötigt den Kuschelkurs im Sinne von jede/r ist ein Gewinner. Im Fußball ist dies durch den transaktionale Führungsstil von Jogi Löw und Oliver Bierhoff realisiert. Die Generation Y bevorzugt den transformationalen Führungsstil, wie ihn Jürgen Klinsmann praktiziert hatte. Das verblüffende daran: der transaktionale Führungsstil, der auf Intra-Team-Wettbewerbe verzichtet, der Wohngemeinschaftsatmosphäre in der Mannschaftsunterkunft ermöglicht und von klaren Verhaltensregeln lebt, hat den WM-Sieg gebracht! Es scheint sich also eine Wende zurück zu seinem sachlichen Führungsstil mit klaren Vorgaben und einem Austauschverhältnis zwischen Unternehmensleistung und Mitarbeiterleistung anzubahnen.

 

In seinem vorletzten Kapitel „Wo wir handeln könnten: Vorschläge für eine neue andere Lebenswelt“ hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Hier gelingt es Scholz Anregungen zu Kernthemen der nächsten Jahre zu liefern:

  • Wie gehen wir mit Arbeitszeit und Freizeit um?
  • Impulse für die Arbeitsplatzgestaltung
  • Die Rolle von Konsum
  • Stellenwert von Qualifizierung
  • Bedeutung von Führung
  • Selektiver Umgang mit den sozialen Medien
  • Rückkehr der Sinnfrage bei der Arbeit

 

Ob die Generation Z wirklich alle anzustecken vermag muss offenbleiben. Durch die Ausführungen von Scholz wird deutlich, dass die Gefahr besteht.

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