14.10.2016

Silicon Valley nicht kopieren – aber kapieren

Die Autoren stellen ihrem Werk ein Zitat von Joe Kaeser voran: „Wir müssen das Silicon Valley nicht kopieren, aber wir müssen es kapieren“.

Silicon Valley

Mein Resümée vorab: Diesem selbstgewählten Anspruch wird das Buch gerecht.

Die Einleitung mit dem Kapitel 1 startet etwas ungewohnt mit einer sozialwissenschaftlichen Perspektive auf Ökonomie. Die Grafik auf S. 20, die den Argumentationsgang über das ganze Buch hinweg visualisiert, hilft jedoch, dabei zu bleiben.

Im Kapitel 2 zum Thema Entscheiden wird es richtig spannend. Indem die Autoren u. a. auf die Popkultur zurückgreifen, gelingt es ihnen das „kalifornische Unternehmertum“ und seine Entscheidungsstrategie zu skizzieren. Das Entscheiden wird hier nicht als Orientierung an übergeordneten Normen oder universellen Maßstäben verstanden, sondern als das dem je eigenen System (also Unternehmen) speziell Mögliche. Der Entscheidungsmodus ist exploratives Entscheiden, um so im Erforschungs- und Erkundungsmodus in Bezug auf das Unternehmensziel weiterzugehen.

Kapitel 3 ist mit „Exzellent werden – Unternehmen entwickeln“ überschrieben. Hier finden sich zahlreiche praktische Hinweise. Zum Beispiel:

  • Geht es um exakte Prognose oder Antizipation von Entwicklungen?
  • Investition von Arbeitszeit oder Engagement?
  • Planen und Entscheiden in Alternativen
  • Auswirkungen unterschiedlicher Zeitempfindungen
  • Wie gehe ich mit welchen Innovationstypen im Unternehmen um?
  • Welche Modelle des Innervierens liefern uns die Erkenntnisse der soziokulturellen Forschungen?

Die Frage, die die Autoren schuldig bleiben: Und wie mache ich das jetzt genau in meinem Unternehmen? M. E. lassen sie diese Frage zu Recht offen, da ein solches Werk hierzu nur den Reflexionshintergrund liefern kann – was es reichlich tut. Die Frage, was in der konkreten unternehmerischen Situation das Richtige ist, bleibt Aufgabe des Managements.

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