09.06.2017

Mittleres Management – Schlüssel zum Unternehmenserfolg

Leitfaden zur Führung, Förderung und Beratung des „Sandwichmanagements“ von Anna Dorothea Walter

Lähmschicht oder Schlüsselfaktor?

Anna Dorothea Walter hat in Wirtschaftspsychologie über die Rolle des Mittleren Managements promoviert. Da kann man von einem Leitfaden zur Führung, Förderung und Beratung des „Sandwichmanagements“ viel erwarten. Diesen Anspruch löst die Autorin auf relativ wissenschaftliche Art ein. Ich hätte mir mehr Information auf der Ebene des versprochenen Leitfadens gewünscht. Wobei ich die recht umfangreichen Literaturhinweise am Ende jeden Kapitels nicht missen möchte.

 

Nach der Einführung ins Thema und Definition des Mittleren Managements geht es um das Ausdünnen (Delayering) der Mittleren Ebene mit den dazugehörigen Chancen und Risiken. Danach skizziert die Autorin verschiedene Phänomene:

  • Macht und Mikropolitik in der Unternehmensmitte,
  • Kooperation und Konkurrenz unter Führungskräften,
  • Anforderungen und Kompetenzen in der Unternehmensmitte, mit Empfehlung zur Verbesserung des Fitnesszustandes der Unternehmensmitte,
  • Autonomie und Abhängigkeit in der „Sandwichposition“

 

Im letzten Drittel des Buches geht es um konkrete Fragestellungen:

  • Wie gehe ich das Veränderungsmanagement und die Veränderungsdynamik in der Unternehmensmitte an?
  • Welche Verantwortung trägt die Unternehmensmitte für Strategieentwicklung und –umsetzung?
  • Wie wird der Weg vom Mittleren Management ins Topmanagement gestaltet?
  • Wie vermeidet man Überlastungserscheinungen?

 

Mein Fazit: es scheint alles richtig zu sein, was die Autorin beschreibt. Sie löst ihren Anspruch, wissenschaftlichen Einblick und Praxisbeispiele zu bieten, gut ein. Die Aha-Erlebnisse durch Perspektivenvielfalt, lebendige Sprache und ansprechende grafische Aufbereitung sind naturgemäß sehr individuell zu bewerten. Die Anregungen in Form von Checklisten, Leitfäden und Methoden zur Verbesserung der Motivation und Leistung des Mittleren Management liefert Walter zwar, doch bleiben diese noch zu allgemein.

 

Am Beispiel der zwanzig Seiten über Burnout und Resilienz am Ende des Buches lässt sich dies illustrieren. Auf zwanzig Seiten ist naturgemäß nicht genügend Platz für eine tiefgreifende Analyse oder gar direkt umsetzbare Handlungsempfehlungen. Da wäre m.E. ein klarer Verweis auf einschlägige Literatur besser gewesen, um so den Platz z.B. zugunsten ausführlicherer Darstellungen zum Thema Bürokratie und Hierarchie zu nutzen. Es bilden sich im Moment genügend Unternehmensstrukturen heraus, die ein Mittleres Management nicht mehr voraussetzen. Damit würden sich viele Themen und durch die Autorin skizzierte Problembereiche eventuell erübrigen.

 

 


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