Verstehen heißt nicht einverstanden sein

Verstehen heißt nicht einverstanden sein

Zuerst das Leben an sich verstehen, danach mein Leben verstehen – eine Denkschule

Der Titel „Verstehen heißt nicht einverstanden sein“ lässt ein Buch über Kommunikationspsychologie erwarten. Der Autor bietet etwas ganz anderes: eine Denkschule!

Sein Ziel: Das Leben verstehen und mein Leben und seine Prinzipien verstehen lernen.
Sein Weg: „Nicht: mein Leben zuerst verstehen. Denn das ist der Knackpunkt: Die meisten Menschen wollen zuerst ihr Leben verstehen, um dann das Leben zu verstehen. Und genau darin liegt der Kardinalfehler! Es geht zuerst darum, das Leben an sich zu verstehen und danach mein Leben. So wird ein Schuh daraus, und man erreicht eine gesunde Distanz zu sich selbst.“ (S. 18).

Distanz zu sich selbst einzunehmen hat Boris Grundl nach einem schweren Sportunfall und der daraus folgenden Lähmung biografisch gelernt. Die Wochen im Drehbett während seines Klinikaufenthaltes waren für ihn die Gelegenheit über sein Dasein nachzudenken.

Das Buch folgt einem klaren Aufbau

Es geht (darum)….

  1. hinzuhören, zu verstehen und wirklich differenzierte Wahrnehmung.
  2. die Bestätigung aus sich selbst heraus wahrnehmen zu können und nicht auf Bestätigung durch Dritte zu hoffen.
  3. um differenziertes Bewerten im vollen Bewusstsein, dass eine Stärke immer auch eine Schwäche bedeutet.
  4. die Perspektive wechseln zu können, v.a. über das eigene Leben hinaus.
  5. den eigenen Standpunkt immer wieder zu überprüfen, da jede noch so kleine Veränderung aufgrund ihrer Vernetzung entscheidende Auswirkungen haben kann.
  6. die eigene Haltung zu gewinnen mit der andauernden selbstreflexiven Frage: kenne ich es oder kann ich es?
  7. um Konsequenz im Handeln. Das Motto des Autors: weniger beschweren, mehr verantworten.

Und es geht darum, den eigenen Überzeugungen zu folgen mit dem Fazit:
Steh jeden Tag auf, und gib dich dem Leben hin. Sei auf dem Spielfeld und spiel mit, mal mehr, mal weniger intensiv. Sei kein Zuschauer und urteile nutzlos über andere. Gib einfach alles und siehe, wie weit du kommst. Fast ganz nebenbei wirst du der Beste, der du sein kannst. Und: Du brauchst überhaupt nicht mit allem einverstanden sein, was du verstehst“ (S. 314).

Aus der Erfahrung des Autors mit seiner eigenen Biografie und aus der Beobachtung anderer füllt Grundl diese acht Schritte mit zahlreichen Beispielen, Anekdoten, Tipps und Hinweisen, die anregen, in Frage stellen, nachdenklich machen, provozieren – kurz: ein Steinbruch zum selbst weiterarbeiten, weiterdenken und weiterem Schlussfolgern. Dabei bleibt er aber nicht stehen, sondern legt seinen Fokus auf den Schmerzpunkt: nicht nur erkennen, sondern auch tun.

 

Fazit zum Buch

Für alle, die ins Tun kommen wollen und die Konsequenz der eigenen Reflektion im Handeln nicht scheuen, bietet das Werk umfangreiche Anregungen. Reinlesen und loslegen!

Boris Grundl selbst über sein Buch „Verstehen heißt nicht einverstanden sein“

 

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