12.03.2019

Neues wagen – doch nicht alles riskieren!

Eine typische Diskussion im Marketing: Was könnten wir ändern, um mehr Personen der Zielgruppe XY zu erreichen?

Was könnten wir Neues im Marketing wagen? Die Ideen purzeln nur so durch den Raum und das Brainstorming läuft produktiv bis jemand fragt, wie wir damit umgehen, dass wir mit den Ideen 5-10% der potenziellen Zielgruppe nicht erreichen. Sofort setzt eine herzhafte Auseinandersetzung ein:

  • Können wir uns das leisten?
  • Mit welchen Maßnahmen könnten wir diese 5-10% doch noch erreichen?
  • Gibt es nicht noch eine bessere Option?

Fast droht das Meeting ergebnislos zu scheitern. Gottseidank stellt jemand die Frage: Was verschenken wir eigentlich, wenn wir die priorisierte Idee in den nächsten 4-6 Wochen erproben – im vollen Bewusstsein, dass wir damit noch nicht die 100%-Lösung erreicht haben?

Lieber rasch am Markt erproben als zu lange abzuwägen (vgl. Minimum Viable Product)

Intuitiv hat dieses Team ein Vorgehen gewählt, wie es die Idee des Lean-Startup empfiehlt: mit einem ersten Prototyp am Markt Erfahrungen sammeln, diese in die weitere Entwicklung einspeisen und mit diesem iterativen Vorgehen sich an das Endprodukt heranarbeiten. Die Grundüberlegung dabei: Wie minimal darf mein Aufwand sein, an den Markt zu gehen? Wie minimal akzeptieren es potenzielle Kunden? Das kann ich schlicht erproben. Und wie minimal darf es sein, damit ich als Unternehmen kein zu großes Risiko gehe?

Im Erproben sind mögliche Lernpotenziale nicht planbar

Dieses Vorgehen erinnert mich an den Ansatz der Effectuation.

  • Was ist der leistbare Verlust für meinen nächsten Schritt?
  • Mit welchen Kooperationspartnern kann ich diesen gehen?
  • Wie kann ich die Keylearnings möglichst produktiv für die weitere Zielschärfung nutzen?

Meine Erfahrung mit dem Ansatz der Effectuation in der eigenen Unternehmensentwicklung: Es ist schlichtweg nicht vorhersehbar, welche Lerneffekte sich in der Umsetzung mit den unterschiedlichsten Kooperationspartnern ergeben. Was aber meine persönliche und sich immerzu wiederholende Erfahrung ist: diese Lerneffekte lohnen sich!

Neues gewagt und erreicht im Rehasport

Vielleicht sind unsere Aktivitäten zum Thema Rehasport ein passendes Beispiel für dieses Vorgehen. Es fing vor etlichen Jahren mit der Beratungsanfrage eines Fitnessgeräteherstellers an. Daraus hat sich das Konzept der Unterstützung von Rehasport-Anbietern entwickelt. Heute entwickelt sich das Netzwerk von über 315 Standorten auch noch mit Hilfe der Grundideen von Lean-Startup und Effectuation weiter.

Mit herzlichem Dank an die vielen Kooperationspartner, Kunden, Ideengeber in all den Jahren!


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