29.01.2016

„Packen wir´s an…“

Die Autoren haben ein klares Ziel vor Augen: „Vergessen Sie all ihre vorgefassten Standpunkte über High Performance und Führungskompetenz und lernen Sie, wie leicht es ist ein Swimmer zu werden“ (S. 13). Mit „Swimmer“ werden die Führungskräfte bezeichnet, „die Energie haben, Energie geben, stets lösungsorientiert, produktiv, konzentriert und fokussiert sind“, im Gegensatz zu den „Sinkern“, „die überarbeitet, überfordert und am Limit agieren“ und den „Floatern“, „die täglich in angenehmer Dumpfheit arbeiten, Meetings absitzen und ihr Potential nicht abrufen“. Da wird einem als Leser gleich klar: Natürlich möchte ich zu den Swimmern gehören! Oder etwa nicht?

Sink, Float or Swim

Das Menschenbild im Hintergrund des Buches ist eindeutig: energievoll, produktiv, konzentriert, fokussiert und lösungsorientiert ist das erwünschte Ideal. Ob das auf Dauer eine gute Führungskraft ausmacht? Ich bezweifle es. Gehört nicht auch zweckfreies den Gedanken nachhängen, sinnieren, zweifeln und mit weitem Blick, d.h. defokussiert auf Dinge zu schauen zu wichtigen Tätigkeiten guter Führungskräfte, die nicht nur das operative Ziel sondern auch die Stimmigkeit ihrer Bemühungen im Blick und im Herzen haben?

Doch bevor ich in die Grenzen des Werkes weiter einsteige, zuerst ein Blick auf´s Ganze. Nach einem einführenden Teil I sind die Teile II bis V wichtigen Facetten der Dauerhöchstleister gewidmet.

  • Welches Mindset hat sich bewährt? Wie entwickle ich dieses High Performance Mindset und festige es?
  • Welche Rolle spielt meine Ernährung und wie entwickle ich eine nachhaltige High Performance Ernährungsweise?
  • Welche Rolle spielt Bewegung?
  • Wie regeneriere ich optimal?

Den Abschluss bildet ein Blick in die Zukunft, der für den Sustainable High Performance Lebensstil wirbt und auch den Übergang zu den Rahmenbedingungen in Firmen und Organisation bildet. Den Epilog bildet der explizite Werbeblock „Die Tignum-Story“ der Autoren.

Ich sehe das Buch kritisch, da:

  • es von Eigenwerbung der Autoren dominiert ist,
  • ihm ein eindimensionales Verständnis von Leistungsfähigkeit zu Grunde liegt und
  • wichtige Bereiche wie z.B. Spiritualität und Beziehungen nicht zur Sprache kommen.

Es hat trotzdem mehr als einen Stern verdient, da es für den aufmerksamen Leser als Steinbruch für interessante Tipps dienen kann. Z.B. führen die Autoren die Funktion von inneren Bildern im Kapitel Mental Imagery für Geschäftserfolg sehr schön aus. Ob dieser Steinbruch den Preis wert ist, muss jede/r Leser/in selbst entscheiden.

Bestellen Sie das Buch hier.


Kommentieren

  • Kategorien

  • Blog via E-Mail abonnieren

    Geben Sie ihre E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.