03.09.2019

Präsentismus: „Krank zur Arbeit ist teuer für das Unternehmen.“

In den Wochen nach den Sommerferien, wahrscheinlich bedingt durch die abrupten Wetterwechsel, taucht das Phänomen in den Betrieben wieder vermehrt auf. Es wird gehüstelt und geschneutzt. An die Führungskräfte stellt sich dann die Frage: Soll ich die Mitarbeiterin auffordern nach Hause zu gehen und sich auszukurieren? Oder bin ich froh, dass der Mitarbeiter erscheint, weil die Arbeit sonst liegen bleibt?

Präsentismus ist teuer

Anne Katrin Matyssek, die sicherlich vielen zum Thema Umgang mit Gesundheit und Krankheit im Betrieb ein Begriff ist, hatte es in ihrem Newsletter Anfang Mai wie folgt ausgedrückt: „Dass die Kosten für Präsentismus doppelt so hoch liegen wie die für Absentismus, ist Ihnen als Leser/in meines Newsletters sicher bekannt (vereinfacht gesagt: Wenn sich Leute krank zur Arbeit schleppen, kostet das zweimal so viel, wie wenn sie gesund daheim bleiben). In der Praxis wird diese mehrfach durch Studien belegte Erkenntnis nach meiner Beobachtung müde belächelt und ignoriert, während das Augenmerk weiterhin auf den Fehlzeiten ruht“ (gute-nachrichten@do-care.de). Sie bezieht sich dabei auf Booz & Company (2011) Vorteil Vorsorge. Die Rolle der Gesundheitsvorsorge für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland. München: Felix Burda Stiftung und die Studie von Miraglia, M. & Johns, G. (2016) Going to work ill: A meta-analysis oft the correlates of presenteeism and a dual-path model. In: Journal of occupational health psychology 21 (3), 261ff.

Präsentismus tolerieren?

Warum wird Präsentismus dann immer noch toleriert? Eine Erklärung könnte die Grundhaltung von Führungskräften sein, die den Einsatz und das Bemühen der Mitarbeiter wertschätzen. Trotz Erkältung zu arbeiten zeigt doch, dass man sich für die Firma einsetzt… Die Gefahr der Ansteckung von Kollegen/-innen, die erhöhte Fehlerquote oder gar das erhöhte Unfallrisiko bleiben da häufig in der Betrachtung außen vor.

Gesundheit im Vordergrund und Leistungsfähigkeit

Eigentlich ist es ja für alle klar, dass auf längere Sicht gesehen nur gesunde Mitarbeiter auf Dauer leistungsfähig sind. Das eigentliche Thema sollte sein, wie wir in den Betrieben vital bleiben. Und das natürlich sowohl auf der rein körperlichen als auch auf der psychisch-emotionalen Ebene. Denn Gesundheit ist einfach mehr als die bloße Abwesenheit von Krankheit.

Vielleicht ergibt sich nach der Sommerpause eine gute Gelegenheit, im Team in die Reflexion zu gehen, was uns gesund bleiben lässt? Was uns ein Klima erschaffen lässt, in dem wir entspannt und leistungsfähig sind? Ich bin auf die Anregungen gespannt!


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