15.08.2017

Town Hall Meetings light?

In jedem Change ist es gute Übung, dass die Geschäftsleitung oder das Management regelmäßig den Raum schafft, über den aktuellen Stand der Change-Projekte zu informieren sowie für Mitarbeiter/-innen die Gelegenheit gibt, über ihre Fragen und Kommentare mit den Führungskräften ins Gespräch zu kommen.

Town Hall Meetings in Unternehmen

Town Hall Meetings lassen sich leicht face-to-face und virtuell unterstützt organisieren. Unsere Erfahrung: alle vier bis sechs Wochen sind ein bewährter Rhythmus und die Wirkung entscheidet sich an der Grundhaltung des Managements. Als Führungskraft stellen sich mir nun zwei Fragen zu Town Hall Meetings:

  1. Ist diese Art von Meeting bzw. diese Mitarbeiterversammlung für mich nur eine lästige Informationspflicht?
  2. Oder nutze ich die Gelegenheit, gemeinsam ins Gespräch zu kommen und neue Perspektiven über den laufenden Change-Prozess zu gewinnen?

Den Change durch aufmerksame Wahrnehmung gestalten

Was ich in unserer Change-Begleitung immer wieder beobachte: In dem Maße, wie sich die verantwortliche Führungskraft traut, ihre Wahrnehmung auch auf kritische Punkte des Changes zu fokussieren, und kritischen Hinweisen von Mitarbeiter/-innen bzw. nachgeordneten Führungskräften aufmerksam zuzuhören, in dem Maße kommen auch die wirklich entscheidenden Erfolgsfaktoren für ein Gelingen des Changes auf den Tisch der Kommunikation. Die Mitarbeiter/-innen spüren sehr gut, ob ihre Perspektive wirklich gefragt ist oder ob es nur um ein Kommunikationsritual geht. Sobald im Raum steht, dass hier eine Pflichtübung angesagt ist, steuern sie ihr Engagement und verzichten auf Wortbeiträge – wozu auch?

Am Puls der Mitarbeiter/-innen – Town Hall Meetings light

Eine äußert schlichte aber dafür umso wirkungsvolle Form, diese Offenheit und Kommunikation mit der Belegschaft zu fördern, begegnet mir ab und zu in Handwerksbetrieben oder kleineren produzierenden Firmen. Es ist die Einladung am späteren Freitagnachmittag, sozusagen eine Auszeit als Übergang in den Feierabend, durch den Chef zu „Bier und Stulle“. Je nach Firmenkultur darf es natürlich auch ein alkoholfreies Getränk sein. Was passiert dabei?
Die Themen der Woche werden bei Bedarf in entspannter Runde nochmals ausgetauscht. Die Mitarbeiter spendieren ihre Zeit, der Chef übernimmt die Kosten für das klein gehaltene Catering. Und alle sind in wertschätzender Art miteinander in Kontakt. Falls es sich anbietet, berichtet vielleicht noch ein Kollege von seinem Highlight der Woche (bestandene Prüfung des Azubis, gewonnener Auftrag, gelungene Störungsbeseitigung, usw.).

Direkte Begegnung stärken

Die Brot und Stulle–Einladung am Freitagnachmittag ist eine Gelegenheit, sich abseits einer festgelegten Agenda und Zielorientierung, auf Augenhöhe zu begegnen. Ein Beraterkollege spricht immer vom Erfolgsfaktor der Begegnungsqualität mit „Mundgeruch und Achselschweiß“. Und in Betrieben, die von der Virtualisierung ihrer Arbeit schon stärker erfasst sind, sicherlich auch eine sinnvolle Gegenbewegung, um Privatheit am Arbeitsplatz erleben zu können.

Mein Fazit

Ausprobieren und guten Appetit!


Kommentieren

  • Kategorien

  • Blog via E-Mail abonnieren

    Geben Sie ihre E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.