05.02.2019

Die schwäbischen Zeitformen

Manchmal ist Mundart einfach präziser – oder zum Schmunzeln :-)….

5 Schwäbische Zeitformen

Die ersten zwei Zeitformen, sind mir aus der Zusammenarbeit wohl vertraut.

Die schwäbischen 5 Zeitformen Beitragsbild Loquenz

Übersetzt bedeuten diese in der Praxis:

  1. Auch wenn ich eventuell nicht so rasch damit anfangen wollte, nach unserem Gespräch heute werde ich es rasch anpacken.
  2. Die Aufgabe ist bereits erledigt.
  3. Die Aufgabe ist bereits erledigt und das Ergebnis ist auch so wie wir es uns vorgestellt haben.
  4. Wenn es mir noch reicht, werde ich die Aufgabe voraussichtlich noch anpacken.
  5. Ich sehe ein, dass es eigentlich wichtig wäre, diese Aufgabe anzupacken… aber es wäre mir deutlich lieber, wenn es jemand anderes und nicht ich machen würde.

Aber vielleicht ist die richtige Interpretation auch noch ein ganz andere

Ich habe über solche Interpretationen und mögliche Missverständnisse daraus viel in einem Coaching mit einem Kommandanten einer Betriebsfeuerwehr gelernt. Im Einsatz wiederholen die Mitarbeiter den Einsatzbefehl, bevor sie sich nach der Ansage an die Umsetzung machen. Dadurch hat der Einsatzleiter die Gewissheit, dass seine Feuerwehrleute ihn richtig verstehen.

Was spräche eigentlich dagegen, dass am Ende einer Arbeitsabsprache der/die Mitarbeiter/in kurz zusammenfasst, was sie/er als Arbeitsabsprache verstanden hat und in welcher Reihenfolge sie/er die Aufgabe angehen wird? Klar, vielleicht könnte man sich bei den ersten Malen kontrolliert oder wie ein kleines Kind behandelt vorkommen. Auf der anderen Seite würde man sich als Führungskraft viele Quellen für das Entstehen von Missverständnissen und Fehlinterpretationen ersparen. Wahrscheinlich käme es auf einen Versuch an!

Zeit und Raum für Lernerfahrungen in der Praxis

Wichtig: im Vorfeld eines solchen Versuches/Ausprobierens unbedingt das Gespräch mit den Mitarbeitern/innen suchen. Ohne Ankündigung, Erklärung und der Grundidee, dass dadurch das betriebliche Miteinander auf Dauer erleichtert werden kann, ist die Akzeptanz einer solchen Maßnahme gefährdet. Und Tipp Nr. 2: Bei der Einführung eine gewisse Probezeit vereinbaren, in der das besprochene Verhalten miteinander ausprobiert wird. Erst nach dieser Probephase sollte das Für und Wider abgewogen werden. Erfahrungsgemäß scheitern viele Ideen daran, dass sie keine oder nicht ausreichend Gelegenheit bekommen, Wirkung zu entfalten, sondern versucht wird, sie vorschnell rein kognitiv zu erfassen. Zeit und Raum für Lernerfahrungen in der Praxis tragen entscheidend dazu bei, das Feintuning von Ideen rasch aufzugreifen. Doch ohne Praxisphase hat dieses Feintuning keine Chance!

 

 

 


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