18.06.2019

Distanz zu sich selbst birgt unerwartete Potenziale

Sich selbst nicht zu ernst nehmen…

Hilft es immer ernst zu sein – oder kommt man mit einer ordentlichen Portion Selbstironie (Distanz) nicht besser durch´s Leben

Selbstironie – die Chance zu überraschenden Erkenntnissen

Als Geburtstagsgruß hatte ich im Internet vor kurzem folgenden Spruch gefunden:

Als Gott mich schuf,

fing er an zu grinsen und dachte:

„Keine Ahnung ob´s gut geht,

aber lustig wird`s bestimmt!“

Distanz zu sich selbst als ein Beitrag zur Balance

Fasziniert hat mich der Effekt der Distanz zu sich selbst. Sobald ich eine Perspektive außerhalb meiner gewohnten und in der Regel vom Ich ausgehenden Wahrnehmungsperspektive einnehme, fällt es mir leicht, mich selbst gelassen zu sehen. Mit meinen natürlich vielen Vorteilen und auch den Seiten, die mir nicht so sympathisch sind. Wo ich mich z.B. selbst unter Druck setze, um dem Bild von anderen zu entsprechen. Oder wo ich mich selbst gerne besser sehen möchte, es aber mit meinem täglichen Verhalten einfach nicht gelingen will – vielleicht weil ein noch unbewusstes Ziel mit meinem gewünschten Verhalten in Konkurrenz steht.

Erst wenn ich mein Gelingen mit einem offenen Ausgang versehen kann, kann ich auch mein Misslingen leichter wahrnehmen. Und vielleicht sogar darauf gespannt sein, welches Ergebnis ich im Misslingen erreiche.

Distanz zu sich selbst als Chance, Unerwartetes an sich zu entdecken

Schulz von Thun hat den Begriff von einem „inneren Team“ geprägt. Er meint damit, dass wir nicht ausschließlich eine eindeutige Persönlichkeit besitzen, sondern eine Vielzahl von Persönlichkeitsfacetten. Er vergleicht dies mit einem Orchester. Auch hier entsteht eine gelungene Symphonie erst durch den abgestimmten Zusammenklang der einzelnen Instrumente und Instrumentengruppen. Ganz ähnlich verhält es sich mit unseren Persönlichkeitsfacetten. In unserem Inneren empfinden wir das häufig als ein Gegeneinander dieser Persönlichkeitsanteile, als ein Ringen und Zerren. Doch man könnte es auch als inneres Team sehen, in dem meine Persönlichkeitsanteile im Zusammenspiel für gute Ergebnisse sorgen. Ich brauche nicht das eine bekämpfen, um das andere zu fördern – sondern die Synergie zählt.

Insofern kann die Vorstellung in dem kurzen Text oben, was aus der Perspektive Gottes demnach lustig werden könnte, den Weg öffnen, hin zu den Dingen, die in meinem inneren Team noch lauern.

Ich wünsche auf jeden Fall viel Spaß auf der Entdeckungsreise!

Hier der Lesetipp von Friedemann Schulz von Thun: Miteinander Reden 3

 


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