21.05.2019

Gelassenheit, Mut und Weisheit – Quellen der Resilienz

Die eigene Machtlosigkeit erkennen, ohne zu verzweifeln

Sich in der Vielfalt der Optionen (Gelassenheit, Mut und Weisheit) für eine entscheiden zu können und ganz bewusst Themen nicht anzupacken als Grundvoraussetzung für Resilienz.

Die eigene Machtlosigkeit erkennen, ohne zu verzweifeln

Im Coaching ist es eine alltägliche Fragestellung: „Ich sehe, dass etwas in meinem Betrieb nicht gut läuft und versuche es immer wieder zu thematisieren. Doch ich komme nicht damit durch. Was nun?“

Natürlich gilt es als erstes gemeinsam zu überprüfen, ob alle Chancen, die eine gute Kommunikation bietet, in der Situation genutzt wurden. Wenn trotz professionellen Bemühens des Mitarbeiters sein Veränderungsanliegen wirkungslos bleibt, steckt häufig noch ein anderer Grund dahinter. Ein Grund, der vom Mitarbeiter nicht beeinflusst werden kann oder aus Sicht der Organisation oder der verantwortlichen Führungskraft nicht beeinflusst werden soll.

Es droht die häufig schmerzvolle und dennoch hilfreiche Erkenntnis, dass ich, in meiner Mitarbeiterposition gegenüber dem erkannten Phänomen machtlos bin.

Das Gebet der Gelassenheit von Reinhold Niebuhr

Immer wieder kommt mir in solchen Reflexionssituationen das Gelassenheitsgebet von Reinhold Niebuhr in den Sinn:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Einen Tag nach dem anderen zu leben,
einen Moment nach dem anderen zu genießen.
Entbehrung als einen Weg zum Frieden zu akzeptieren,
sie anzunehmen, wie Jesus es tat:
diese sündige Welt, wie sie ist,
und nicht, wie ich sie gern hätte,
zu vertrauen, dass Du alles richtig machen wirst,
wenn ich mich Deinem Willen bedingungslos ausliefere,
sodass ich in diesem Leben ziemlich glücklich sein möge
und im nächsten Leben für immer überglücklich.
Amen.“

Insbesondere der Anfang des Gebetes scheint religions- und glaubensübergreifend breit akzeptiert zu werden. Die Verschiebung des Fokus hin zu Unterscheidungsvermögen und weg von dem fast schon verzweifelten Versuch, alles Anpacken und Verantworten zu müssen, zeigt in solchen Momenten seine Wirkung. Klar taucht dann die Frage auf, wie ich das mit der Gelassenheit in meinem Arbeitsleben konkret umsetze. Damit beginnt der Einstieg in einen oft lebenslangen Übungsprozess… Willkommen an Bord!

 


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